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Es ist 7 Uhr 30 Moskauer Zeit, ich sitze im Büro der russischen Tochtergesellschaft eines deutschen Heiztechnikherstellers und schalte den Beamer ein. Gleich werde ich dem Leiter Vertrieb Osteuropa die Ergebnisse eines dreimonatigen Projektes vorstellen.

In Deutschland ist es halb sechs in der Früh. Ich bin vor zwei Stunden in Moskau gelandet und hätte nichts gegen ein paar Stunden Schlaf. Aber: ich freue mich riesig auf die spannende Diskussion. Es ist eines der Projekte, in denen ich unsere internationale Marketingerfahrung mit meinen Landes- und Sprachkenntnissen kombinieren kann. Und einiges Neue über mein Heimatland lerne ich noch dazu.

In der Mittagspause schalte ich mich in eine Telefonkonferenz mit meiner Kollegin in Frankfurt und unserem Kunden, der deutschen Vertriebs- gesellschaft eines schwedischen Automobilherstellers, ein. Gemeinsam erarbeiten wir einen Business Case für die Weiterentwicklung eines After Sales Produktes.

Als ich im November 2005 bei HPP eingestiegen bin, hatte ich ein abgeschlossenes VWL-Studium in Moskau, ein MBA in Berlin und London sowie spannende Erfahrungen im chinesischen Automobilmarkt hinter mir. Und einen großen Wunsch, weiterhin international tätig zu sein, Marketing- und Strategiethemen in der Praxis umzusetzen und mich im harten Beraterleben unter Beweis zu stellen. Aber bitte nicht in einem „Haifisch-Becken“, wie man sich manche Consulting-Unternehmen vorstellt.

Was in den darauffolgenden 4 Jahren kam, ist eine bunte Mischung aus Fachthemen, Ländern, Sprachen und Unternehmenskulturen. Von der Marktanalyse des französischen Nutzfahrzeugmarktes über Potenzial- ausschöpfung Teilevertrieb für 11 europäische Märkte bis hin zu Compliance Due Diligence, Begleitung einer weltweiten Ausschreibung und Formulierung neuer Geschäftsfelder für einen kanadischen Hersteller von Flugsimulatoren. Und das abwechselnd in Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch.

Meine Wünsche haben sich also erfüllt. Und nicht nur die Arbeit macht Spaß, sondern auch das Miteinander im Unternehmen. Wer arbeiten kann, kann auch feiern (diese Volksweisheit stimmt auch umgekehrt!). Oder grillen. Oder wandern. Oder eine Ski-Piste hinunter fahren – zusammen mit Kollegen lassen wir eine harte Woche oft gemütlich ausklingen.

Und was war mit der befürchteten Ellenbogen-Mentalität? Nun ja, wir treten manchmal auch gegeneinander an – beim JP Morgan-Lauf zum Beispiel.

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