Director’s Cut | Markus Adler im Interview

Markus Adler begann seine Laufbahn bei HPP 2009, seit 2015 füllt er die Rolle des Direktors aus. Den überwiegenden Teil seiner Projekterfahrungen sammelte er im Umfeld der Kabel- und Glasfasernetzbetreibereinen weiteren Teil im Automotive-Bereich, wo er auch aktuell tätig istSein inhaltlicher Tätigkeitsfokus liegt vor allem im Projekt-, Programm- sowie Prozessmanagement und bei der Konzeption und Umsetzung von Pilotierungen und Rollouts. Dabei agiert er oft als Übersetzungsschnittstelle zwischen Fachbereichen und der IT.  

Vor deinem aktuellen Projekt warst du gleichzeitig in zwei Projekten bei einem großen deutschen Kabelnetzbetreiber tätig. Um was ging es in diesen Projekten und welche Rolle hattest du dabei inne?

Im ersten Projekt ging es um den Wegfall der Umlagefähigkeit der TV-Grundversorgung auf Mieter:innen im Rahmen der Nebenkostenabrechnung. Bislang hatten Wohnungswirtschaften einen Gesamtvertrag mit Kabelnetzbetreibern für alle TV-Kabelanschlüsse Ihrer Gebäude und legten die TV-Gebühren pauschal über die Nebenkosten auf alle Mieter:innen um, unabhängig von der tatsächlichen Nutzung. Durch eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes war die Form der Abrechnung durch einen Sammelvertrag mit Wirkung zum 01.07.2024 nicht mehr möglich, sondern es mussten Einzelverträge zwischen Mieter:innen und dem Kabelnetzbetreiber abgeschlossen werden. Meine Aufgabe war es, bei der Ausgestaltung des Kommunikations- und Vermarktungskonzepts zu unterstützen, um die Umstellung möglichst reibungslos für alle beteiligten Parteien zu gestalten. Gleichzeitig sollte dieses Momentum auch genutzt werden, um bei den Mieter:innen einen Upsell auf attraktive TV-/ Internet-Bundles im Rahmen der Umstellung zu realisieren.

Im zweiten Projekt wurden bereits vorhandene Koaxial-Kabelnetze in Bestandsimmobilien von Wohnungswirtschaften auf die neue Glasfasertechnologie umgebaut, um eine zukunftsfähige Netzinfrastruktur zu schaffen von der sowohl die Wohnungswirtschaften als auch Mieter:innen langfristig profitieren. Auch hier Bestand meine Aufgabe in der Unterstützung bei der konzeptionellen Ausarbeitung der Kommunikation mit sowohl Wohnungswirtschaften als auch Mieter:innen. Somit konnte sichergestellt werden, dass der Umbau selbst möglichst effizient erfolgte und die Mieter:innen zugleich gezielt auf die neuen Glasfaserprodukte beraten werden konnten.

In beiden Projekten war ich für den fachlich-konzeptionellen Strang verantwortlich und habe diesen in einer Teilprojektleiterrolle gesteuert. Dabei habe ich eng mit dem Kunden und den internen Fachbereichen zusammengearbeitet und war maßgeblich an der Vorbereitung und Ausgestaltung der Projektkommunikation beteiligt.

Wie seid ihr im Projekt „Wegfall der Umlagefähigkeit der TV-Grundversorgung“ vorgegangen?

Der Zeitpunkt zur Umstellung am 01.07.2024 von TV-Grundversorgungs-Sammelverträgen auf Einzelverträge war gesetzlich vorgegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die bisherigen Sammelverträge mit den Wohnungswirtschaften in Einzelverträge mit den Mieter:innen überführt sein. Um eine reibungslose Umstellung für Wohnungswirtschaften und Mieter:innen einerseits sowie eine möglichst große Anzahl an Einzelvertragsabschlüssen andererseits realisieren zu können, war die Entwicklung eines umfassenden sowie zielgerichteten Kommunikations- und Vermarktungskonzeptes erforderlich.

Auf Basis einer bereits durchgeführten, vorgelagerten Umfrage zu Informationsbedürfnissen und bevorzugten Kommunikationskanälen der Sammelinkasso-Kunden wurde ein mehrstufiger, zeitlich gestaffelter Kommunikationsplan entwickelt. Die Mieter:innen wurden mittels unterschiedlicher Kommunikationsmittel angesprochen und konnten diverse Buchungskanäle zur Vertragsschließung nutzen. Dabei erweis sich eine Kommunikations-Kooperation zwischen Kabelnetzbetreiber und Wohnungswirtschaft als vorteilhaft. Um das Umstellungsvolumen aller Wohnungswirtschaften mit einem bestehenden Sammelvertrag mit dem Kabelnetzbetreiber zu entzerren, wurden individuelle Umstellungstermine nach Absprache mit den jeweiligen Wohnungswirtschaften vereinbart (wobei der Einzelvertrag der Mieter:innen für die TV-Grundnutzung erst ab dem offiziellen Umstellungszeitpunkt am 01.07.2024 in Kraft trat). Zur weiteren Unterstützung der erforderlichen Umstellungsmaßnahmen wurde auch ein eigens dafür entwickeltes Portal im Internet den Wohnungswirtschaften zur Verfügung gestellt. Dort konnten u.a. Musterschreiben, Vorlagen sowie Logos und weitere Informationsmaterialien abgerufen werden.

Wie seid ihr im Projekt „Wechsel vom Koaxial-Kabelnetz auf Glasfasernetz in Bestandsimmobilien“ vorgegangen?

Auch in diesem Projekt wurde ein mehrstufiges Kommunikations- und Vermarktungskonzept entwickelt, um den Umbau vom koaxialen Kabelnetz auf das Glasfasernetz in Bestandsimmobilien möglichst effizient zu gestalten. Ziel war ein reibungsloser Ausbau ohne Verzögerungen innerhalb der Gebäude der Wohnungswirtschaft sowie die Vermarktung entsprechender Glasfaser-Internetprodukte. Dank des Einsatzes unterschiedlichster Kommunikationsmittel konnten die Mieter:innen gezielt auf die bevorstehenden Umbaumaßnahmen vorbereitet und über deren Mitwirkungspflichten in Kenntnis gesetzt werden. Teil des Kommunikationskonzeptes war auch die Vermarktung der neuen Glasfasertarife, welche die Mieter:innen im Rahmen der Umstellung von Kabel- auf Glasfasernetz zu exklusiven Vorteilspreisen erwerben konnten. Bestandskunden in den Gebäuden wurden nochmals gesondert über die Auswirkungen der Umstellung informiert und der notwendige Wechsel des Routers so unkompliziert wie möglich gestaltet.

Du hast beide Projekte parallel begleitet. Welche besonderen Herausforderungen sind dadurch entstanden und wie hast du diese organisatorisch und inhaltlich gelöst?

Eine besondere Herausforderung war es, zwei inhaltlich unterschiedliche Projekte, jeweils mit eigenen Kommunikations- und Vermarktungszielen, Zeitplänen und Ansprechpartnern, parallel konzeptionell zu bearbeiten. Für mich persönlich bedeutete dies, fachlich schnell zwischen den Themen wechseln zu können und trotzdem den Überblick zu behalten. Da ich in beiden Projekten inhaltlich tief unterwegs war, habe ich auch eine unterstützende, koordinierende Rolle als Teilprojektleiter übernommen.

Welche Rolle spieltest du im Projekt als Person und im Umgang mit Projektmitgliedern?

Am Anfang stand für mich bewusstes Zuhören im Vordergrund: zu verstehen, welche Ideen, Anforderungen und Erfahrungen die Fachbereiche bereits mitbringen, um darauf aufbauend die nächsten Schritte zu gestalten, sei es bei der weiteren Ausarbeitung des Kommunikations- und Vermarktungskonzepts unter Berücksichtigung der Unternehmensziele oder der Ausgestaltung konkreter Kommunikationen Richtung Vermieter:innen und Mieter:innen. Ich war tief in der Ausarbeitung von Kommunikationsmitteln, Systemschreiben und fachlichen Anforderungen an das Umstellungsportal eingebunden. Gleichzeitig habe ich das Kommunikations- und Vermarktungskonzept sowohl mit dem mittleren Management abgestimmt als auch auf Vorstandsebene vorgestellt. Somit war ich während der gesamten Laufzeit beider Projekte nahtlos zwischen Arbeitsebene, mittlerem Management und Vorstandsebene tätig. Im Umgang mit den Projektmitgliedern arbeitete ich kollaborativ und auf Augenhöhe, integrierte Feedback aus dem Tagesgeschäft und griff zusätzliche Aufgaben proaktiv auf, wenn sie für den Projekterfolg sinnvoll waren.

Was sind deine drei wichtigsten „Key Take Aways“ aus dem Projekt?

Aus dem Projekt nehme ich vor allem drei Dinge mit. Erstens, wie entscheidend klare, einfach verständliche Botschaften in der Kundenkommunikation sind. Je besser z.B. eine Veränderung erklärt ist, desto weniger Rückfragen entstehen und desto eher kommt es zum Vertragsabschluss. Zweitens, dass solche Projekte wie „Wegfall der Umlagefähigkeit der TV-Grundversorgung“ nur dann reibungslos realisiert werden können, wenn alle beteiligten Fachbereiche und Parteien frühzeitig eingebunden werden und gemeinsam an einem Strang ziehen. Drittens hat sich noch einmal bestätigt, wie wichtig es als Berater ist, sich schnell und vor allem tief in komplexe Themen einzuarbeiten, gut zuhören zu können und auch über den ursprünglich definierten Scope hinaus Verantwortung zu übernehmen, um dem Projekt nachweislich zum Erfolg zu verhelfen.

Vielen Dank für deine Einblicke, Markus!

Ansprechpartner

Markus Adler

Markus Adler

Herr Adler ist Director bei HPP. Seine über 10-jährige Expertise betrifft sowohl die Automobil- als auch die Telekommunikationsindustrie, in der er in den unterschiedlichsten Bereichen bereits vielfältige Projekte mit umfangreichen Schnittstellen zur IT erfolgreich durchführte. Markus Adler wohnt in Frankfurt am Main und ist leidenschaftlicher Musikhörer sowie begeisterter Mountainbiker.

André Köhler

Herr Köhler ist geschäftsführender Gesellschafter bei HPP und hat in über 20 Jahren Beratererfahrung seine umfassende Expertise in diversen industriellen Branchen erworben. Bei HPP ist er Ansprechpartner für die Bereiche Telekommunikation, Energie sowie Banken und Finanzdienstleistungen.
Er ist verheiratet, Vater einer Tochter und ein begeisterter Skifahrer.